LESERBRIEF von Dr. Ruth Contreras an "DIE ZUKUNFT" 9/2007, "Diskussionszeitschrift für Politik, Gesellschaft und Kultur"
Die letzte Ausgabe der Zukunft enthält eine Reihe von Artikeln, die sich mit dem Nahostkonflikt auseinandersetzen. Da ich in dem Artikel vonFritz Edlinger gemeinsam mit Karl Pfeifer persönlich angegriffen werde, möchte ich zu diesem kurz Stellung nehmen.
Auffallend an diesem Beitrag ist die untergriffige Ausdrucksweise von Fritz Edlinger, der Karl Pfeifer, immerhin Träger der Samuel Bloch Medaille für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Antisemitismus und seine Zivilcourage als " sattsam bekannten Zionisten " bezeichnet. Der Begriff Zionist im zusammenhang mit der Beifügung „sattsam bekannt“ kann wohl kaum anders als antisemitisch bezeichnet werden.
Edlinger stellt in seinem Beitrag Thesen in den Raum, die durch nichts zu belegen sind. Er behauptet etwa, dass ich - gemeinsam mit anderen in diesem Artikel Erwähnten den „Islam als Ganzes als inhuman, rückwärtsgewandt und antisemitisch“ bezeichnen würde . Interessant ist, dass er dazu keinerlei Quellenangaben zur Verfügung stellt, auch nicht kann, weil sie nicht existieren. Offensichtlich setzt Edlinger hier politische Propaganda an Stelle von exakter Recherche.
Es ist mir wichtig, in diesem Zusammenhang auf einen Leserbrief hinzuweisen, den ich im März 2006 an das Bezirksjournal Neunkirchen geschrieben habe und der auch veröffentlicht wurde. Es ging damals um Proteste gegen die Errichtung eines islamischen Kulturzentrums in Natschbach- Bezirk Neunlkirchen, Niederösterreich. (s.a. Zara Racism Report 2006 p. 20 http://www.zara.or.at/materialien/rassismus-report/racism-report-2006.pdf )

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Edlinger verweist auf eine gemeinsame politische Vergangenheit und Schulungen, an denen wir - möglicherweise auch gemeinsam - teilgenommen haben. Offensichtlich hat er allerdings aus dem dort Gelehrten falsche Schlussfolgerungen gezogen oder eher noch wesentliche Dinge verdrängt oder vergessen. Sonst wäre es kaum möglich, dass ein- sich als "Linker" bezeichnender Sozialdemokrat nicht imstande ist, antisemitische Strömungen in der Linken zu erkennen und selbst immer wieder mit antisemitischen Äußerungen unangenehm auffällt .
Es ist beschämend, zu beobachten, wie ein früher niveauvolles Diskussionsorgan der SPÖ immer mehr Sprachrohr für üble Agitation geworden ist.
Ruth Contreras
Vorsitzende von "Scholars for Peace in the Middle East Austria"
Mitglied der SPÖ seit 1. 10. 1960