SPME-Österreichs Generalsekretärin und Vorstandsmitglied Dr. Ruth Contreras, Universität Wien und Wiener Naturhistorisches Museum, schrieb folgenden, am 19.12.2005 veröffentlichten, Leserbrief an die Tageszeitung „Der Standard“, die mehr als 400000 LeserInnen erreicht, um einen Leserbrief von John Bunzl zu kommentieren, betitelt „Taktische Rhetorik“ und veröffentlicht im „Der Standard“am 12.12.2005:

 

Fragwürdige Thesen
Betrifft  „Taktische Rhetorik“ Leserbrief von John Bunzl zu den jüngsten Äußerungen des iranischen Staatschefs DER STANDARD 12.12.2005

Die in dem obgenannten Brief formulierten Thesen des Politologen und Nahost-Experten John Bunzl erfüllen mich doch mit einigem Erstaunen. Führen sie doch dazu, die Drohungen, Israel vernichten zu wollen, und das, was wir heute als „Neuen Antisemitismus“ bezeichnen, nicht ernst zu nehmen.
Wie ernst diese Drohungen jedoch zu nehmen sind, zeigt nicht zuletzt auch ein aktueller Bericht der Dokumentationsstelle MEMRI (Middle East Media Research Institute; www.memri.org) vom 1. Dezember 2005 über ein Symposium, das im November dieses Jahres an der einzigen staatlichen Universität des Libanon stattfand:
Zitat: „Lebanon’s largest government university hosts Hizbullah’s Al-Manar TV Symposium calling to wipe israel off the map: ‘Just like Hitler fought the JewsWe too should fight the Jews and burn them’“
Auch dort wurde also zur Vernichtung Israels aufgerufen! Bunzl’s Bezeichnung der Äußerungen islamischer Holocaustleugner als ein „jüngeres Phänomen, das lediglich der Unfähigkeit des Umganges mit dem Palästinakonflikt und der imperialen Dominanz des Westens“ entspringen soll ist höchst gefährlich.
Der Politologe scheint dabei die Tradition des islamischen Antisemitismus zu übersehen, der nicht erst mit dem gegenwärtigen Palästinakonflikt oder der Gründung des Staates Israel begonnen hat.

Dr. Ruth Contreras